Seit 1993 führt das Musée de Charmey die internationale Triennale der Papierkunst durch. Dabei handelt es sich um eine Wettbewerbsausstellung für Kunstschaffende, die Papier als eigenständigen Werkstoff verwenden. In den acht Ausgaben und während den mehr als 20 Jahren, in denen die Triennale bereits durchgeführt wird, konnte das Museum 350 Künstlerinnen und Künstlern aus 33 Ländern willkommen heissen. Die nächste Ausgabe wird im Sommer 2017 stattfinden.


Heike Schaefer, Deutschland, 8e Triennale der Papierkunst, 2014

Papier? Ein Werkstoff, der aus Fasern (aus Pflanzen, Zellulose, Putzlappen usw.) besteht, die in Wasser aufgelöst werden und anschliessend auf einer glatten Oberfläche getrocknet werden.

Papier! Die Unterlage schlechthin für das geschriebene Wort, den Esprit, und damit äusserst wichtig für den kreativen Akt. Papier begleitet und dokumentiert die Geschichte der Menschheit, ja, fungiert sogar als deren Gedächtnis. Der Name alleine regt die Fantasie an: Die japanische und chinesische Kultur, altägyptische Papyrusrollen, mittelalterliche Manuskripte und Papiermühlen, um nur einige Beispiele zu nennen. Papier scheint die Quintessenz des künstlerischen Aktes zu verkörpern, eine Verbindung in Zeit und Raum, ein wesentlicher Bestandteil von Wissen und Kultur.

Papier… Es hat die Menschheit in ihrem Tun und ihrer Entwicklung stets begleitet und den Fortschritt jener Kulturen vorangetrieben, die dessen Herstellung beherrschten. Die besondere und enge Beziehung der Menschen zum Papier umspannt Wirtschaft, Kultur, Politik und Religion. Als Schreibmedium par excellence fördert Papier die Verbreitung von Wissen und ist dadurch zu einem Symbol für Macht geworden.

Papier. Es ist als Support für Zeichnungen und Radierungen aller Art mit dem künstlerischen und kreativen Schaffen eng verbunden. Im Laufe der Zeit ist es zum eigenständigen Werkstoff sowohl der bildenden als auch der angewandten Kunst geworden und wurde schon sehr früh zur Herstellung von so verschiedenen Objekten wie Mobiliar, Spielen, Gebetshilfen und Schmuckstücken verwendet.

Papierkunst. Jedes Material kann im künstlerischen Prozess verwendet werden. Die Vergänglichkeit wird zur Massgabe, Ästhetik ist nicht mehr das absolute Kriterium. In dieser Überfülle von Materialien hat sich das Papier in der zeitgenössischen Kunst zu behaupten gewusst, erst in Form von Collagen oder Recycling, später durch die Wiederentdeckung einer jahrhundertealten Tradition. Papier spielt nun nicht mehr ausschliesslich eine unterstützende Rolle im kreativen Prozess, sondern wird zur eigenständigen Materie des Kunstwerks. Im Zuge dieser Statusänderung entstand eine breite und dynamische künstlerische Bewegung, die sich unterschiedlichster Techniken bedient, eine Vielfalt an Stilen aufweist und sich zur kulturellen Diversität bekennt. 

Sandrine Beaudun, Frankreich, erste Preis, 8e Triennale der Papierkunst, 2014

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Tél.: +41 26 927 55 87
Web: www.musee-charmey.ch
E-mail: info@musee-charmey.ch


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